Geißel Gottes
Donnerstag, 04. März 2010Vorgestern habe ich das kurz gezwitschert, heute fasziniert es mich immer noch: Der verrückte Bischof Richard Williamson hat den Islam in seiner E-Mail-Kolumne eine „Geißel Gottes“ genannt, also eine von Gott in die Welt gesetzte Strafe oder Prüfung für seine Schäfchen, die Christen. Nach muslimischem Glauben wurde der Islam ja tatsächlich von Gott in die Welt gesetzt, durch Mohammed. Glaubt Williamson also, dass Gott eine neue heilige Schrift herausgegeben, eine neue Anhängerschaft um sich geschart, kurz: eine neue Religion begründet hat, um die Anhänger der alten Religion zu zwiebeln? Dann müsste er zugeben, dass Muslime rechtgläubig sind, da der Islam ja tatsächlich eine göttliche Religion ist. Wahrscheinlich würde er aber nicht zugeben, dass der christliche und der muslimische Gott derselbe sind. Hat der christliche Gott also einen Pappgott zurechtgemacht und die Muslime voller Absicht mit einer Bogusreligion in die Falschgläubigkeit geführt – als Werkzeug, als Geißel? Dann wäre Gott noch infamer und sadistischer, als man es ihm aufgrund mancher gut katholischer Glaubenssätze eh schon unterstellen muss. Was also ist von Williamsons Aussage zu halten? Vielleicht sollte man sie einfach nur amüsant finden.